Überblick zum Konzept der Ganztagesklasse an der Volksschule Vaterstetten
Ganztagsunterricht bedeutet nicht die gewohnte Unterrichtsstruktur des Vormittags am Nachmittag weiterzuführen. Im Gegenteil! Ganztagesklassen haben eine völlig andere Tagesstruktur. Es stehen mehr Lehrerstunden zur Verfügung, es bleibt mehr Zeit zum Üben und Wiederholen. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass die Leistungen in Ganztagsklassen über dem Durchschnitt liegen. Darüber hinaus äußern die Schüler/innen viel mehr Freude an der Schule als Mitschüler in der Halbtagesklasse.
Konzeption
der Ganztagesklasse:
Die in der Ganztagsklasse zur Verfügung stehende Zeit wird genutzt, um Schülerinnen und Schülern ein Lernen zu ermöglichen, das ihre persönlichen, fachlichen und sozialen Kompetenzen stärkt. Die Schwerpunkte der Konzeption liegen daher in:
a)
der Stärkung von Kompetenzen
Förderung von Handlungs- und Sprachkompetenzen (z.B. Rollentraining für das Theater, Rhetorikübungen, chorisches und rhythmisches Sprechen, Singen)
Förderung von
Sozialkompetenzen (z.B. Zusammenarbeit mit Hort, Altenheim)
Förderung von
individuellen Begabungen und Talenten (individuelle Lernplanung)
Förderung des
Gesundheitsbewusstseins (z.B. Produktion, Verwertung und Vermarktung von
Lebensmitteln, sportl.
Angebote als „workout“ wie Step, Laufen, Aerobic in Verbindung mit Aufklärung
zur richtigen Ernährung)
b) vertieftem Lernen und Üben
ganzheitliches Lernen (Verschränkung der Unterrichtsfächer, Einführung und sofortige Anwendung, bzw. Lernen durch Anwenden)
Lernmethodentraining
eigenverantwortliches Lernen (mithilfe von individuellen Lernplänen)
mehr Lernzeit
c) Stärkung des musischen Fachbereiches
Theater-
und Filmprojekte (Klassenprojekt, AGs)
Sport- und Musikneigungsgruppen (in Zusammenarbeit mit Musikschule und Sportverein)
Künstlerwerkstatt (in Zusammenarbeit mit Künstlern der Umgebung, z.B. Malatelier, Goldschmiede)
Handwerkerpraktikum (in Zusammenarbeit mit Handwerksbetrieben im Rahmen von durch die Regierung finanzierten Praktika)
d) Öffnung der Schule
Zusammenarbeit
mit außerschulischen Partnern (Vereine, Eltern, Betriebe)
früher Einblick in
die betriebliche Wirklichkeit und deren Anforderungen, Firma an der Schule
(Vermarktung von Eigenprodukten aus WTG, Kunst oder AGs im Bazar oder
Flohmarktbetrieb)
e) Elternarbeit
regelmäßige
Teamsprechstunden auch am Abend
Einbeziehen
der Eltern als Fachleute des Arbeitslebens in den Unterricht
gemeinsame Aktivitäten
Aufgrund des größeren Zeitbudgets ist es unkomplizierter, die Unterrichtsfächer
schülerorientiert zu verknüpfen und dem ganzheitlichen Lernen breiten Raum zu
geben. So kann den Schülern der Lebens- und Praxisbezug der Lerninhalte
leichter vor Augen geführt werden. Neben dem Effekt, mehr Zeit zum Lernen und
Üben zu haben, soll vor allem die andere Art mit dem Lernstoff umzugehen
helfen, Defizite abzubauen. Zusätzliche Lehrerstunden werden zur
Differenzierung in den Hauptfächern Mathematik, Deutsch, Englisch genutzt und für
Übungs- und Vertiefungsphasen, was eine individuellere Förderung zulässt.
Schließlich wird dem musischen Bereich mehr Raum und mehr Bedeutung zugeordnet.
Es ist zu beobachten, dass viele Schüler und Schülerinnen hier Talente
aufweisen, die entsprechend gefördert werden sollten. So können einerseits
durch positive Erfahrungen im musischen Bereich, die sonst eher negativen
Erfahrungen mit Lernleistungen kompensiert werden (Aufbau des
Selbstbewusstseins). Andererseits kommt die Stärkung musischer Fähigkeiten
Untersuchungen entgegen, die gezeigt haben, dass die Betätigung auf
musischen Feldern kognitive Prozesse fördert und so bessere Lernergebnisse
erzielt werden. Insbesondere die Schulung der Rhythmik steigert die phonetische
Bewusstheit und damit die Sicherheit im Lesen und Rechtschreiben.
Tagesablauf:
Der
weitere Ablauf des Tages hängt von der aktuellen Planung der Lehrkräfte ab.
Der Stundenplan (siehe Beispiel)
bietet einen Anhaltspunkt zur Verteilung der in der Stundentafel ausgewiesenen
Anzahl von Wochenstunden einzelner Fächer. Der ganzheitliche Unterricht, wie er
in der Projektarbeit und auch in der epochalen Planung vorgesehen ist, macht
jedoch eine Auflösung der 45-Minuten-Einheiten nötig. Es liegt in der
Verantwortung der Lehrkräfte, die Anteile der Fächer in der Woche entsprechend
zu gewichten und auszuweisen.
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